Page 77 - Hund & Jagd Nr.1
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Schnösels Welt
Jetzt haben wir es geschafft!
Hurra!
Ihr haltet die erste Printausgabe von Hund& Jagd in der Hand.
Ich freue mich und bin irre stolz, dass ich auch hier meine eigene
Kolumne habe. Ach ja, für die, die mich noch nicht aus dem
Online-Magazin kennen: Ich bin Schnösel. DER Schnösel.
Mein richtiger Name ist „Balto vom Ulfatal“ und ich bin ein
Deutsch-Kurzhaar-Rüde. Ich lebe mit meinem Frauchen, die
ich auch gerne mal als verrückte Nudel oder Durchgeknallte
bezeichne (aber hey, das ist liebevoll gemeint, denn ich hab
sie wirklich gern) und meinem Rudel im hessischen Spes-
sart. Wir jagen in einem Niederwildrevier, was für uns „Vor-
steher“ richtig toll ist. Aber auch Enten aus dem Gewässer
apportieren macht uns großen Spaß. Leider kommt das nicht
ganz so oft vor, weil die Jäger, die in unserem Revier hin und
wieder eine Entenjagd veranstalten, miserable Flintenschüt-
zen sind. Den Eindruck bekam ich zumindest auf der letzten Erst neulich hat sie wieder ein Ding gebracht. Also ich weiß ja
Jagd auf Enten. Acht Mann und eine Frau, alle wunderbar in nicht, aber wenn sie sagt „ich fahr da nur mal zum angucken
einer langen Reihe aufgestellt. Enten gingen hoch, es knallte hin“, schrillen bei mir schon alle Alarmglocken. Der letzte
wie an Sylvester. Ich war schon ganz angespannt und vol- „nur-mal gucken-Ausflug“ brachte uns ein neues Rudelmit-
ler Vorfreude. Aber nix war`s. Keine einzige Ente getroffen. glied. Eine schicke DK-Hündin. Tolles Mädel. Macht Spaß,
„Was Vollprofis“, hab ich verächtlich bei mir gedacht. mit ihr rumzutoben. Und ist für mich um einiges erfreulicher
Früher wurde mein Papa Aramis auf Drückjagden geführt. als das, was sie zuvor angeschleppt hatte. Da kam sie näm-
Ich kenne das nur von Erzählungen. Frauchen hat sich näm- lich mit zwei Ziegenböcken an. Barney und Franky. So hat
lich gegen diese Einsätze entschieden. Dafür begleiten wir sie sie getauft. Dumm und Dümmer hätte besser gepasst.
sie regelmäßig ins Revier und auf Ansitz. Es kommt auch Denn wirklich helle im Geist waren die nicht. Zum Glück sind
immer wieder vor, dass spät am Abend der Anruf kommt: die beiden mittlerweile ausgezogen. Was besser für sie war.
„Andrea“, so heißt die Rudelchefin hier, „was machst Du ge- Es hat mich nämlich immer arg gereizt, ihnen mal zu zeigen,
rade – kannst Du kommen und einen Hund zur Nachsuche was ich als Jagdhund so drauf habe. Jetzt ziehen sie mit
mitbringen?“ Dann heißt es für einen von uns ab ins Auto und einer Herde Ihresgleichen friedlich durch ein Landschafts-
die Arbeit verrichten, für die wir unter anderem ausgebildet schutzgebiet und betreiben Landschaftspflege.
worden sind. Na ja, ich gebe zu, ich befinde mich gerade Ich bin schon sehr gespannt, was mich in diesem Jahr so
erst in der Ausbildung und so kommt meistens mein bester alles erwartet. Dass ich auf die Herbstprüfungen hin fit ge-
Kumpel Drago zum Zug. macht werden soll, weiß ich schon. Und bin mir sicher, dass
Die Mitjäger in dem Revier, in dem wir jagen, haben erkannt, ich da über die eine oder andere witzige Begebenheit berich-
dass einer von uns mit seiner guten Nase schneller und si- ten kann.
cherer ans Stück kommt, als wenn sie mit der Taschenlampe Außerdem werde ich immer wieder auf öffentlichen Veran-
das Gelände absuchend da kreuz und quer rumtrampeln und staltungen anzutreffen sein. Erkennungszeichen: pinker
wir zu guter Letzt dann doch gerufen werden. Weil alle wirk- Loop und eine Frau mit kurzen blonden Haaren am anderen
lich gute Büchsenschützen sind, waren es bis jetzt immer Ende der Leine. Ihr könnt Euch ruhig trauen, sie anzuspre-
Totnachsuchen, die von uns gemacht wurden. chen. Ist wirklich eine ganz Nette und schwer in Ordnung.
In der Online-Kolumne berichte ich Monat für Monat über Vielleicht habt Ihr ja auch die eine oder andere Anregung,
Dinge, die mich als Jagdhund bewegen oder die ich erlebt welcher Themen aus dem Bereich des Jagdhundewesens
habe. Mal ist es lustig, dann wieder regt es zum Nachdenken wir von Hund& Jagd uns annehmen sollten. Wo man genau-
an. In der Printausgabe werde ich mich alle drei Monate zu er hinsehen und darüber berichten sollte. Ich und das Re-
Wort melden und Euch kurzweilig an meinem Leben teilha- daktionsteam freuen uns darauf, mit Euch in Dialog zu treten.
ben lassen, das mit der verrückten Nudel, die uns das Futter In diesem Sinne und auf bald
reicht, nie langweilig ist. Euer Schnösel
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