Page 76 - Hund & Jagd Nr.1
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Vereine & Verbände
Meldungen Vereine & Verbände
DTK:
Rücktrittsforderung
DTK-Präsident StefanusMiddendorf und seine Stellvertre-
terin Brigitte Vosen sind zum sofortigen Rücktritt von ihren
Ämtern aufgefordert worden.
Im Raum steht der Verdacht auf gewerbsmäßigen Betrug.
Der Brief eines DTK-Mitglieds dürfte in der Geschäftsstelle
des größten Mitgliedsvereins des JGHV wie eine Bombe
eingeschlagen haben. Doch dass ein solcher Brief kommen
würde, war eigentlich vorhersehbar. Der Landesverband
Sachsen im DTK hatte nämlich aufgedeckt, dass ein 2011
auf der Delegiertenversammlung des Vereins beschlossenes
DNA-Programm nicht existiert und vor 2019 auch nicht exis-
tieren wird. Dies musste der Geschäftsführende Vorstand
in seiner letzten Sitzung sogar einräumen. Andererseits hat
der DTK seit 2012 für jeden Zuchthund von den Züchtern 33 DTK:
Euro kassiert - für die Teilnahme an einem DNA-Programm. Züchter über den Tisch gezogen?
Die Eigentümer mussten ein Formular mit der Überschrift
„Formular zur Einsendung von Blutproben für die Teilnahme „Ich freue mich auf das Jahr 2017, das uns wiederum die
am DNA-Programm des DTK“ sowie eine Einverständniser- Möglichkeit bietet, auf der Delegiertenversammlung im Mai
klärung für die Teilnahme unterschreiben. Pro Jahr kassierte entscheidende Weichen für die Zukunft unseres Vereins zu
der DTK damit rund 17000 Euro. stellen“, schreibt DTK-Präsident StefanusMiddendorf in ei-
Geliefert wurde für die hohe Gebühr lediglich ein Abstam- nem Vorwort zum aktuellen „Dachshund“.
mungsnachweis, der aber nach Meinung von Experten we- Im Landesverband Sachsen des DTK dürfte dies als purer
der national noch international verwertbar ist. Zynismus ankommen. Die Vorsitzende des Landesverban-
Sollten Middendorf und Vosen nicht zurücktreten, wird sich des, Heike Sternitzke, hat kürzlich die Mitglieder informiert,
wohl die Staatsanwaltschaft mit ihnen beschäftigen. Eine dass es vor dem Jahr 2019 kein DNA-Programm des DTK
entsprechende Strafanzeige wurde dem Präsidium ebenfalls geben wird. Dies sei einer Antwort des Geschäftsführenden
angedroht. Die DTK-Führung selbst - der Erweiterte Vor- DTK-Vorstandes auf einen entsprechenden Antrag der Sach-
stand will sich erst am 22. Januar mit diesem heißen Thema sen zu entnehmen.
beschäftigen - nimmt die Angelegenheit offenbar nicht be- Die Sachsen hatten auf eine 2013 veröffentliche „Vorge-
sonders ernst. Aber im Mai folgt die Delegiertenversamm- hensweise“ für die Zuchtwarte bei einem DNA-Programm
lung, bei der ein neuer Vorstand gewählt werden muss. Und hingewiesen. Demnach sollen die Züchter von Teckeln ein
hier werden sich allerspätestens Middendorf und Vosen ver- „Formular zur Einsendung von Blutproben“, ein „Formular
antworten müssen. zur Aktivierung archivierter Blutproben“ und ein „Formular
tob zur Abstammungsüberprüfung“ unterschreiben. Sie sollen
damit die Bedingungen eines DNA-Programm anerkennen,
welches aber nirgendwo einsehbar sei und daher wohl auch
nicht existiere.
Mit einem Antrag wollten die Sachsen dies nun ändern und
bei der kommenden Delegiertenversammlung ein DNA-Pog-
ramm beschließen lassen. Wird aber wohl nichts draus. Der
Geschäftsführende DTK-Vorstand teilte den Sachsen mit,
man habe den Antrag für die Delegiertenversammlung 2019
auf Wiedervorlage gelegt. Als Grund wird angegeben, die
Antragsfrist für 2017 sei abgelaufen.
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