Page 28 - Hund & Jagd Nr.1
P. 28

Rund um den Hund



       heißt,  auch  die  Reaktion  auf  Gefahren  und  das  ten bei der Reaktion auf den Kontakt mit Jagdhun-
       damit  verbundene  Feindvermeidungsverhalten  den im Gatter finden lässt, ist davon auszugehen,
       gehören  zum natürlichen  Verhaltensrepertoire  dass diese Ausbildungsmethode keine tierschutz-
       des Schwarzwildes. Im Gatter kommt es außer-           rechtliche  Relevanz  besitzt  und  auch  aus  ethi-
       dem nur zu einer kurzfristigen Belastung der Sau-      schen Gesichtspunkten unbedenklich  ist [Schalke
       en, die stark von der Arbeit des jeweiligen Hundes  E., Erler R., Hackbarth H.: Untersuchung zur Stressbelas-
       abhängig ist. Der dabei vorhandene Stress liegt  tung von Schwarzwild bei der Ausbildung von Hunden zur
       nicht im Bereich des Distress, was sich klar am  Verhaltensanpassung im Schwarzwildgatter, 2008].
       Erscheinungsbild  des  Schwarzwildes  erkennen
       lässt. Alle Sauen befinden sich trotz mehrjähriger  Alle Einschätzungen basieren auf der Wahrung der Rah-
       Tätigkeit im Gatter in einem einwandfreien psychi-     menbestimmungen zum tierschutzgerechten Betreiben von
       schen  und  physischen  Zustand. Am  beobachte-        Schwarzwildgattern zur Ausbildung und Prüfung von Hunden
       ten Feindvermeidungs- und Komfortverhalten ist  zur Jagd.
       zu sehen, dass sie die Hunde nicht als existentiell  Anforderungen an Hunde, die für die Arbeit im
       gefährdend registrieren und sehr gut diese Situa-      Schwarzwildgatter zugelassen werden
       tion kompensieren können. Des Weiteren kann in  Über die Zulassung  zur  Arbeit  im  Gatter  entscheidet  der
       allen Gattern eine funktionierende Sozialstruktur  Gattermeister oder der Übungsleiter. Dabei ist folgendes zu
       beobachtet werden, die für das Schwarzwild als  beachten:
       soziales Lebewesen einen enormen Stellenwert  1. Grundsätzlich zugelassen sind die Hunde (Rassen etc.),
       besitzt. Da sich bei den untersuchten Wildschwei-      die  auch  durch  Länderregelungen  zur  Feststellung  der
       nen keine Anzeichen für ein inadäquates Verhal-        Brauchbarkeit an Prüfungen teilnehmen dürfen. Sie sollen
























































       28
   23   24   25   26   27   28   29   30   31   32   33