Page 26 - Hund & Jagd Nr.1
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Rund um den Hund



       werden – Sauenblinker ebenfalls.                       Die Entscheidung über die Gestaltung der Überprüfung ist
       Das zu erkennen, ist für eine Verwendung zur Sauenjagd  abhängig vom individuellen Verhalten des Hundes und liegt
       elementare Voraussetzung.                              beim Übungsleiter. Es sollte Übereinstimmung über die Ver-
       Die Hunde offenbaren bei den Begegnungen  mit Sauen  fahrensweise mit dem Hundeführer vor Arbeitsbeginn herge-
       ihre Reizschwelle für lautes Jagen: Weidlaut, Fährtenlaut,  stellt werden.
       Sichtlaut, Standlaut, Stumm. Das Wissen über den Laut des
       Hundes – seine Art zu jagen – ist für die Verwendung des  Rahmenbestimmungen         zum    tierschutzge-
       Hundes von prinzipieller Bedeutung (ob der Fährtenlaut im  rechten Betreiben von Schwarzwildgattern zur
       Gatter objektiv beurteilt werden kann, ist strittig).  Hundeausbildung
       Die Hunde zeigen sich im Gatter als Sauensprenger oder  Die Rahmenbestimmungen gewährleisten die Verhältnismä-
       auch als Verweiser. Die Führung des Hundes in der Jagdpra-  ßigkeit zwischen dem Nutzen und den möglichen Belastun-
       xis kann seiner Art des Jagens angepasst werden.       gen von Sauen und Hunden.
                                                              Sie ergänzen die anderen Bestimmungen der Leitlinien und
       Methodische Erfahrungen                                gelten als obligatorische Voraussetzungen für den
       Die Ausbildung im Gatter wird auf den konkreten Hund abge-  Gatterbetrieb:
       stellt. Dabei kommt es besonders an auf:
       •  das ererbte Jagdverhalten                           Es arbeitet grundsätzlich immer nur ein Hund an der Sau
       •  die Ausprägung der ererbten Anlagen                 bzw. den Sauen. Kein weiterer Hund befindet sich zur glei-
       •  den  Erfahrungsstand  aus  Ausbildung  und  praktischer  chen Zeit im Arbeitsgatter.
          Jagd                                                Die erste Arbeit eines Hundes im Gatter dient der Feststel-
       •  Die 4-Phasen-Ausbildung                             lung seines Grundverhaltens. Dabei hat sich bewährt, den
       •  Anzuwenden vor allem bei jungen, unerfahrenen in Aus-  Hund angeleint sichtig an Sauen zu bringen.
          bildung befindlichen Jagdhunden                     Die Begegnung zwischen Hund und Sau wird auf 5 Minu-
       •  Der HF nimmt mit seinem Hund wenigstens an 3 Übungs-  ten limitiert und ist dann abzubrechen. Hunde, die sich nicht
          tagen innerhalb von 4 Wochen teil                   von der Saue abrufen oder abnehmen lassen, können für
       •  Vorteil: Systematische Einarbeitung des Jagdhundes mit  die Ausbildung im Gatter zurückgestellt werden bis sich ihr
          hoher Erfolgsquote.                                 Gehorsam gefestigt hat.
                                                              An einer Sau oder Sauengruppe wird maximal mit 6 Hun-
       Verhaltensüberprüfung                                  den am gleichen Tag nacheinander geübt oder geprüft. In
       Ziel der Überprüfung ist, das Verhalten an Schwarzwild zu  Ausnahmefällen kann eine zweite Übungseinheit nach min-
       testen. Besonders geeignet für Hunde mit Jagderfahrung,  destens zwei Stunden Ruhezeit angefügt werden.
       deren Verhalten  an Sauen sich  der Beobachtung  entzieht  Bei Stresszeichen  von  Sau  und/oder  Hund  sowie  bei
       bzw. für Hunde, die traumatische Begegnungen (Verletzun-  einer anhaltenden einseitigen Überlegenheit wird die Arbeit
       gen) mit Sauen hatten.                                 vom Gattermeister oder Übungsleiter abgebrochen.
                                                              Bei Hunden, die mit Selbstgefährdung an der Sau agie-
                                                              ren, wird die Arbeit sofort abgebrochen.
                                                              Bei Verletzungen von Hund oder Sau leistet der Gatter-
                                                              meister Erste Hilfe und entscheidet über Hinzuziehung des
                                                              Tierarztes (in Rufbereitschaft).
                                                              Im  Gatter  finden  keine Leistungsvergleiche von
                                                              Hunden verschiedener Hundeführer oder Hunderassen statt.
                                                              Die Gatter dienen lediglich dem Lernen und der Prüfung auf
                                                              jagdliche „Brauchbarkeit“ zur Schwarzwildjagd. Keine Wett-
                                                              bewerbe!
                                                              Hunde, die nach 5 Übungseinheiten keine Leistungs-
                                                              verbesserung zeigen, müssen ausscheiden.
                                                              Hundeführer, die den Anordnungen des Gattermeisters nicht
                                                              Folge leisten, werden von der Arbeit im Gatter ausge-
                                                              schlossen.
                                                              Die Untersuchungen der Tierärztlichen Hochschule Hanno-
                                                              ver (TiHo) belegen, dass bei strenger Beachtung der Rah-
                                                              menbestimmungen keine tierschutzrelevante Belastung für
       26                                                     Hund und auch Sauen entsteht.
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