Page 65 - Hund & Jagd Nr.1
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Vereine & Verbände



       Hund & Jagd:                                           brauchshundwesen in NRW auch wieder eine Stimme hat,
       Als neuer Vorsitzender der Jagdkynologischen Vereinigung  kamen ja entsprechende Signale aus dem Umweltministeri-
       in Nordrhein-Westfalen haben Sie dem Landesjagdverband  um. Wie kam es dazu, dass die JKV mit dem Monitoring zur
       die Zähne gezeigt. Wollten Sie damit ausdrücken, dass der  Entenarbeit beauftragt wurde?
       LJV  die  Interessen  des  Jagdgebrauchshundwesens  nicht
       ausreichend vertritt?                                  Peter Winerath:
                                                              Das Umweltministerium hat uns einen Auftrag angedient, der
       Peter Winerath:                                        JGHV hat aber betont, nichts ohne den Landesjagdverband
       Nein. Zunächst bin ich selbst Mitglied im LJV und seit 10  zu unternehmen. Bei aller Entschlossenheit, mit welcher das
       Jahren  u.a.  als  Jungjägerausbilder  in  der  Kreisjägerschaft  Jagdgebrauchshundewesen gegen unberechtigte und fach-
       Neuss recht aktiv. Ebenso meine Ehefrau. Wir fühlen uns  widrige Einschnitte zu verteidigen ist, gilt es, Versuchungen
       dem  Landesjagdverband  sehr  verbunden  und  sind  daran  zu widerstehen, die auf die Trennung des Jagdgebrauchs-
       interessiert, dass er als starke Interessenvertretung nach au-  hundewesens  von  der  politischen  Vertretung  aller  Jäger
       ßen in Erscheinung tritt. Was das Jagdgebrauchshundewe-  abzielen. Es gab zunächst ein Vorgespräch, in welchem die
       sen anbetrifft, gilt zu beklagen, dass wir über Jahre hinweg  Rechtslage besprochen und die wechselseitigen Interessen
       innerhalb des LJV zu leise waren und uns vielleicht auch zu  abgetastet wurden. Ergebnis war ein Vereinbarungsentwurf
       lange auf die Zucht und Ausbildung unserer Jagdhunde kon-  des Umweltministeriums, den der JGHV aber ohne Mitwir-
       zentriert haben, ohne uns nach außen stärker zu engagieren  kung des LJV nicht unterschreiben wollte.  Damals war uns
       und unsere Bedürfnisse zu artikulieren. Grund hierfür war zu-  noch nicht bewusst, dass der LJV sogar bereit ist, auch ohne
       nächst eine lang bewährte Arbeitsteilung zwischen dem DJV  den JGHV ein solches Monitoring durchzuführen. Zurzeit gibt
       sowie den Landesjagdverbänden und dem JGHV – danach  es nach meinem aktuellen Kenntnisstand noch keine feste
       sind  der DJV und die Landesjagdverbände für die Politik und  Vereinbarung. Mit dem LJV sind weitere Gespräche über das
       der JGHV für die Jagdkynologie zuständig. Mit der durch die  weitere Vorgehen angedacht.
       sog. „Föderalismusreform“ in 2006 eingeführte Befugnis der
       Bundesländer, mit Ausnahme des Rechts der Jagdscheine
       das  Landesjagdrecht  abweichend  vom  Bundesjagdgesetz  Hund & Jagd:
       regeln zu dürfen, geriet zunehmend auch die Ausbildung  Wie und wann wird das Monitoring durchgeführt? Was sind
       und Prüfung von Jagdhunden in den politischen Fokus der  seine Ziele?
       Jagdgesetzgebung. Darauf waren die Landesjagdverbände
       schon personell nicht eingerichtet, soweit sie das Hundewe-  Peter Winerath:
       sen zunächst allein durch einen Obmann bearbeitet wissen  Ob die flugfähige Ente die „Müller“-Ente ersetzen kann, war
       wollten. Die Gründung von Jagdkynologischen Vereinigun-  schon vor der Jagdrechtsnovelle umstritten. Genau das soll
       gen durch Mitgliedsvereine des JGHV war notwendige Kon-  das  Monitoring  nach  dem  Willen  der  Regierungsparteien
       sequenz, blieb aber zunächst wirkungslos, wenn JKV-Vorsitz  SPD und DIE GRÜNEN klären. Gefragt wird in dem uns vor-
       und LJV-Obmann in einer Person gebündelt waren. Letzt-  liegenden Entwurf einer Vereinbarung insbesondere, ob die
       lich wurden viele Züchter,  Ausbilder und Verbandsrichter  Hunde sich qualitativ gleichwertig mit einer von Beginn an
       durch die Reaktion des LJV auf die Jagdrechtsnovelle erst  flugfähigen Ente ausbilden und prüfen lassen. Es muss da-
       so richtig aufgeschreckt. Es wächst die Erkenntnis, dass in  nach ergebnisoffen geprüft werden.  Über die letztliche Vor-
       einer Demokratie zunächst jeder selbst für seine Interessen  gehensweise gibt es im JGHV noch keine verbindliche Vor-
       streiten muss und sich nicht auf jene verlassen darf, die sich  stellung. Favorisiert ist eine Mischung aus einer Erhebung
       zwar solidarisieren, aber eben nicht in gleicher Weise betrof-  am Prüfungsgewässer durch Verwendung von Fragebögen
       fen sind. Bevor wir Hundeleute über Funktionsträger des LJV  und  zusätzlich  die  Untersuchung  anhand  einer  repräsen-
       den Stab brechen, sind wir zunächst gefragt, ob wir innerhalb  tativen  Vergleichsgruppe  durch  eine  Expertengruppe.  Die
       des Jagdgebrauchshundelagers  denn ausreichend  solida-  Auswertung der Fragebögen und der Erhebung durch die
       risch waren und bereit sind, für die Interessen des Jagdge-  Vergleichsgruppe soll durch eine weitere Expertengruppe er-
       brauchshundewesens mit der Konsequenz zu streiten, mit  folgen, um zu verhindern, dass „ergebnisorientiert“ beobach-
       denen wir unsere Hunde ausbilden und der Jagd nachgehen.  tet wird – man sieht letztlich, was man sehen will. Vorberei-
                                                              tend auf diese Vorgehensweise haben wir in diesem Herbst
                                                              testweise Fragebögen eingesetzt.  Trotz des unerklärlich
       Hund & Jagd:                                           massiven Widerstands des LJV haben wir eine repräsenta-
       Nachdem sich herumgesprochen hatte, dass das Jagdge-   tive Anzahl von Bögen ausgefüllt zurückbekommen, die ich


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