Page 62 - Hund & Jagd Nr.1
P. 62
Prüfungswesen
„Kleemann“ war keine Werbung
für die Rasse Deutsch-Kurzhaar
Was würde wohl „Kurzhaardoktor“ Paul Kleemann, immerhin von 1911 bis 1938
Vorsitzender des Stammklubs in Berlin, heute zum Zustand der Rasse Deutsch-
Kurzhaar und dem Erscheinungsbild der DK-Verbandsführung sagen?
Würde er bitterlich weinen und sich einer anderen Rasse zu- ein doppelt faustgrosses Geschwulst von der Brust entfernt
wenden? Wohl kaum. Wahrscheinlich würde er fragen, wie worden war. Man sah Hunde, deren Wurfgeschwister oder
viele faule Äpfel im Korb sind und dann deren Beseitigung andere Verwandte an Herzproblemen oder Epilepsie leiden
anordnen. Es würden ja genug gesunde Äpfel übrig bleiben. oder zumindest schon epileptoforme Anfälle hatten, oder in
Die alle zwei Jahre stattfindende Internationale Auslese- deren Familien Morbus addison, eine Nebennierenerkran-
zuchtprüfung wurde Kleemann zu Ehren nach ihm benannt. kung, aufgetreten ist. Man sah Rüden, die das Erschei-
Diese Verknüpfung sollte also erlaubt sein. Niemals hätte nungsbild von Hündinnen hatten, und man sah Hündinnen,
Kleemann zugelassen, was sich im österreichischen Laa die weit entfernt waren von dem von Kleemann definierten
ereignet hat: idealen Erscheinungsbild. Und man sah einen Hund, der sich
Zur Schau der Besten unter den besten Kurzhaarhunden bereits bei der Zuchtschau nicht bewerten lassen wollte und
waren unter anderem gemeldet: Ein Hund, dem erst kürzlich dafür als erster Hund heimgeschickt wurde.
62

