Page 59 - Hund & Jagd Nr.1
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Prüfungswesen




       Als erstes Fach der Prüfung stand zunächst die Schweiß-  der gewährleistet ist, dass kein Kontakt (!) zwischen Hund
       prüfung ohne Richterbegleitung auf dem Programm.       und Raubwild möglich ist.
       Hier mussten die Hunde bei sehr schwierigen Bedingungen  Der Fuchs und der Hund sind jederzeit durch einen stabilen
       auf der 600 Meter langen Fährte, die mit ¼ Liter Wildschweiß  Stahlschieber getrennt, somit wird hier allen Belangen des
       getropft wurde, vier ausgelegte Verweiserpunkte finden und  Tierschutzes Rechnung getragen.
       sich nach spätestens 60 Minuten am Stück einfinden.    Die Aufgabe des Hundes ist es, das Raubwild zu finden und
       Die  Gespanne  wurden  nach  der  Verlosung  durch  einen   dieses anhaltend zu verbellen. Dabei wird geprüft, ob der
       Richter zum Anschuss gebracht und dort eingewiesen: Von  Hund den nötigen „Zug“ zum Raubwild hat bzw. wie nah oder
       nun an waren sie auf sich alleine gestellt.            weit sich der Teckel vom Schieber entfernt befindet.
       Aufgrund der vielen  Verleitungen durch Reh-, Dam- und  Auch bei diesem Anlagefach zeigten alle Hunde eine sehr
       Schwarzwild war dies keine sehr einfache  Aufgabe. Die  gute Leistung und wurden mit vollen Punkten bewertet.
       Temperaturen,  die  an  diesem  klaren  Morgen  weit  unter   Nach Beendigung der  Arbeiten konnte das Internationa-
       dem  Gefrierpunkt  lagen,  erhöhten  den  Schwierigkeitsgrad  le Richterteam, bestehend aus Dieter  Honsalek,  Antonio
       dieses  Prüfungsteils.  Trotz  dieser  widrigen  Bedingungen  Palladini und Marcelo Silva, die Preisverteilung im Suchen-
       fanden alle 6 Teams zum Stück. Leider konnte ein Gespann  lokal vornehmen.
       nur zwei Verweiserpunkte mitbringen.
                                                              Die  drei  erstplatzierten  Hunde  lagen  alle  mit  276  Punk-
       Bei den Gehorsamsfächern  zeigten  alle  Hunde, dass  sie  ten und CACIT so nahe zusammen, dass die Zeit, die die
       auf einem sehr guten Leistungsstand sind, was auf einer so  Gespanne auf der Schweißfährte benötigt hatten, über die
       hochwertigen Prüfung nicht anders erwartet werden darf.  Platzierungen entschied. Tagessieger wurde der knapp zwei-
       Die mit reichlich Wild ausgestatteten Stöberparzellen ermög-  jährige Rüde „GS Sig Sauer von der Bismarck-Eiche“ mit sei-
       lichten es den Richtern, die Arbeit der Hunde sehr gut zu  ner Führerin Julia Szeremeta.
       bewerten.
       Aufgrund des guten Besatzes hatten die Hunde Gelegenheit,
       ihr Können in diesem Fach unter Beweis zu stellen. So war  Die Platzierungen im Einzelnen:
       es keine Überraschung, dass alle Teckel nicht nur eine weite
       und in die Tiefe gehende, planmäßige Suche zeigten, son-  1.  Sig Sauer von der Bismarck-Eiche 276 Punkte / CACIT
       dern alle Hunde konnten ausnahmslos finden und Wild vor  2.  Guia delle Rocche die Albaro  276 Punkte / CACIT
       die Richter bringen.                                   3.  Orgoliosa Della Val Vezzeno  276 Punkte / CACIT
                                                              4.  Luna nueva des Los Madronos 276 Punkte / CACIT
       Nach dem Stöbern ging es mit dem Auto in ein anderes   5.  Q Della Val Vezzeno  276 Punkte / CACIT
       Revier, in dem die Wasserarbeit geprüft werden sollte. Auf-  6.  Enna vom Krögsberg 222 Punkte
       grund der Temperaturen, die zu diesem Zeitpunkt nur knapp
       über 0° C lagen, benötigten die Veranstalter ein wenig Zeit,
       um ein „offenes“ Wasser zu finden.                     Alles  in allem  waren alle  Beteiligten  von dieser  sehr an-
       Bei der Wasserarbeit wird unter Abgabe von zwei Schüssen  spruchsvolle Prüfung, die die Bandbreite und Vielseitigkeit
       die Ente etwa zehn Meter auf die offene Wasserfläche ge-  des Teckels sehr anschaulich verdeutlichte, begeistert.
       worfen. Der Teckel soll den Führer in Besitz der Ente brin-  Auf einer solchen Internationalen Prüfung können nur bes-
       gen. Bewertet werden bei diesem Fach die Wasserfreude  tens vorbereitete und gut ausgebildete Hunde bestehen.
       und das Bringen der Ente. Keiner der Hunde zeigte hier auch  Die Organisation sowie das gesamte Umfeld, die Reviere,
       nur ansatzweise eine Schwäche. Alle Hunde nahmen sofort  die Helfer und nicht zuletzt die Küche, rundeten das Gesamt-
       freudig und ohne Befehl das Wasser an und brachten sicher  bild ab und wurden einer internationalen Top-Veranstaltung
       und souverän die Ente aus dem sehr kalten Wasser.      absolut gerecht.
       Am Ende des ersten  Tages stellte  Richterobmann  Dieter                                          Stefan Fuß
       Honsalek – ehemaliger Präsident des DTK – fest, dass bis
       auf einen Hund alle Hunde noch im „Rennen“ um das CACIT
       lagen.


       Das letzte Fach der VGP ist traditionell die Prüfung am Raub-
       wild. Die Bauprüfung findet in einer Schliefanlage statt, bei



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